Eier wachsen nicht im Supermarkt – Hühner-Mobil in der Bilsbek-Schule

Für vier Wochen im September 2019 hatten wir fünf Legehennen verschiedener Hühnerrassen zu Gast an unserer Schule: ein deutsches Sperberhuhn, ein englisches Sussex-Huhn, ein französisches Marans-Huhn, ein Grünleger sowie eine braune Legehenne.

Mit einem eigenen Hühnerhaus inkl. Futtervorrichtungen, Legenestern, Schlafstangen, Hühnerklo und automatischer Nachtklappe bezogen die Hühner auf einer eigens für sie abgesteckten Grünfläche Quartier und fühlten sich von Anfang an sehr wohl bei uns. Die an Kindergarten- und Grundschulkinder gewöhnten Hennen waren ungewöhnlich zutraulich, ließen sich aus der Hand füttern und sogar auf den Arm nehmen.

Vor, während und nach der Schulzeit waren unsere „Miethühner“ jeden Tag in den vier Wochen ein lebendiges Natur-Highlight für Groß und Klein: Schüler und Miniforscher, Lehrer und Eltern besuchten die gefiederten Damen so oft es ging – zum Beobachten, Füttern, Streicheln… Zudem gab es an jedem einzelnen Tag jeweils eine Klasse bzw. eine Miniforscher-Gruppe, die für die Pflege der Hühner verantwortlich war.

Das Hühner-Mobil mit seinen fünf Bewohnern ermöglichte den Kindern einen Sachunterricht „zum Anfassen“ und Erfahrungen, die sie in der heutigen Zeit zumeist nicht mehr haben: Neben dem hautnahen Kontakt mit den Hühnern und dem täglichen Füttern stand auch das Säubern des Klos im Hühnerhaus auf dem Programm. Besonders spannend war zudem das alltägliche Entnehmen der frisch gelegten, noch warmen Eier aus den Legenestern. Die von den Kindern fleißig gesammelten Eier konnten schließlich je nach Belieben der Klassen z. B. zu Rührei oder für Waffeln verarbeitet werden.

Ganz praktisch im Hühnergehege sowie im begleitenden Fachunterricht beschäftigten sich die Kinder mit folgenden Fragestellungen: „Wie sieht ein Huhn aus?“, „Wie entwickelt sich ein Küken im Ei?“ „Wie lebt ein Huhn und was braucht es an Futter und Pflege?“, „Woher kommen die Eier?“… Im Mittelpunkt des Projektes stand insofern einerseits, den Kindern den Bezug zum Lebensmittel Ei näherzubringen und andererseits, ihnen zu ermöglichen, sich um Lebewesen zu kümmern und soziale Verantwortung zu übernehmen.

Nach vier Wochen schließlich mussten wir schweren Herzens von den Hühnern Abschied nehmen; der Bauer holte seine fünf Hennen wieder ab und fuhr sie zurück in ihr eigentliches Zuhause. Kinder und Lehrer hatten sich in den vergangenen Wochen doch schon sehr an das Leben mit den Hühnern gewöhnt und nicht nur das leise Gackern lieb gewonnen. Nicht wenige wünschen sich für die Zukunft ein dauerhaftes kleines Hühnerparadies an der Bilsbek-Schule… ;-)

https://www.mieteeinhuhn.de/

gez.: Christian Haaßio